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Eigentumswohnung richtig vermieten: Mieter auswählen (1. Teil)

Wenn Sie Interesse daran haben, Ihre Eigentumswohnung oder Ihr Haus zu vermieten, sollten sie eine sorgsame Auswahl bezüglich des Mieters vornehmen. Hierzu einige wertvolle Hinweise von Rechtsanwältin Anja Härtel:

Sie können schnell enttäuscht werden, wenn Sie sich allein darauf verlassen, dass der Mieter mit Ihrem Eigentum schon sorgsam umgehen werde. Unternehmen Sie also im Vorfeld alles Ihnen mögliche, um keine unliebsamen Überraschungen zu erleben. Das beginnt bereits damit, dass Sie die Mietinteressenten im Hinblick auf ein angenehmes Erscheinungsbild „untersuchen“. Noch wichtiger ist allerdings, sich gewisse Unterlagen aushändigen lassen, die es Ihnen ermöglichen, sich ein besseres Bild über den potentiellen Vertragspartner zu machen.

Zu den Unterlagen, auf deren Vorlage Sie unbedingt bestehen sollten, sind folgende:

- Drei aktuelle Gehaltsbescheinigungen aller Mieter

- Mietschuldenfreiheitserklärung des aktuellen bzw. letzten Vermieters (im Original, also mit originaler Unterschrift des Vermieters)

- eine aktuelle Bonitätsauskunft der SCHUFA von allen Mietern

- Nachweis über eine aktuelle Privathaftpflichtversicherung

Nichts ist ärgerlicher, als einen Mieter in der Mietwohnung zu haben, der seine Miete nicht zahlt, oder Schaden anrichtet und nicht zahlungsfähig ist und Ihnen somit den Schaden nicht ersetzen kann.

Im Hinblick auf die aktuellen Gehaltsbescheinigungen wäre es wünschenswert, wenn das monatliche Nettogehalt doppelt so hoch wie die Brutto-Warmmiete liegen würde. Dann können Sie relativ sicher gehen, dass der Mieter die Miete auch tatsächlich aufbringen kann.

Der Mietschuldenfreiheitserklärung des aktuellen oder letzten Vermieters können Sie entnehmen, ob die Miete dort vom Mieter vollständig bezahlt wurde. Liegt der Mieter mit seinem vorherigen Vermieter im Streit oder hat er dort Mietminderungen in unberechtigter Höhe vorgenommen, wird er höchstwahrscheinlich keine Mietschuldenfreiheitserklärung erhalten.

Die Bonitätsauskunft der SCHUFA sollte überwiegend positiv sein und gibt Auskunft über die Zahlungsfähigkeit Ihres Mietinteressenten. Achten Sie darauf, dass die Bonitätsauskunft nicht älter als drei Monate ist.

Die Privathaftpflichtversicherung kommt für sämtliche Schäden auf, die der Mieter fahrlässig an und in der Wohnung anrichtet. Zwar haben Sie als Vermieter keinen Anspruch gegen die Haftpflichtversicherung des Mieters. Allerdings gibt dies Ihren Mietern jedenfalls die Möglichkeit, selbstverschuldete Schäden auf Kosten der Privathaftpflichtversicherung reparieren zu lassen. Achten Sie insbesondere darauf, dass auch Schäden an einer Mietsache mitversichert sind.

Es kann auch nicht schaden, auf dem Portal im Internet „insolvenzbekanntmachungen.de“ nach den Mietinteressenten zu suchen. Sollten Sie Ihren Mietinteressenten dort finden, ist über sein Vermögen das Insolvenzverfahren eröffnet worden. Dies bedeutet, dass er womöglich Mietverträge nur mit Genehmigung des Insolvenzverwalters abschließen darf. In diesem Falle sind erhöhte Anforderungen an die Zahlungsfähigkeit des Mieters zu stellen.

16.05.2014

Ein Beitrag von Rechtsanwältin Anja Härtel. Videos und weiterführende Informationen mit Praxistipps zu allen aktuellen Rechtsfragen finden Sie unter: www.fernsehanwalt.com