Fachanwalt Mietrecht Berlin ++ Mietrecht Berlin Kündigung Abfindung ++ Rechtsanwalt Mietrecht ++ Beratung Mietrecht ++ Eigenbedarfskündigung
Home

Schadensersatzpflicht des Mieters wegen Schäden in der Wohnung bei unzulässiger Tierhaltung

Fachanwalt Mietrecht Berlin

Ein Artikel von Fachanwalt für Miet- und Wohnungseigentumsrecht Alexander Bredereck, Berlin und Essen.

Fachanwalt Bredereck zur Ausgangslage:


Auch für den Fall, dass der Vermieter die Tierhaltung in der Mietwohnung nicht gestattet hat, kann ein Mieter einen entsprechenden Anspruch haben. Darum soll es im folgenden Beitrag aber nicht gehen. Wir gehen nun einmal davon aus, dass dem Mieter die Tierhaltung verboten ist und er auch ansonsten keinen Anspruch darauf hat. Hält er nun trotzdem Tiere in der Wohnung, droht ihm eine Unterlassungsklage, eine Abmahnung oder sogar eine Kündigung des Vermieters. Zusätzlich dazu kann der Vermieter unter Umständen auch Schadensersatz wegen Beschädigungen an der Mietsache verlangen.

Schadensersatzpflicht auch bereits bei kleinen Gebrauchsspuren möglich:

Die Erfolgsaussichten des Vermieters mit entsprechenden Ansprüchen vor Gericht sind bei einer unzulässigen Tierhaltung des Mieters deutlich höher, als im Fall einer erlaubten. Ist die Tierhaltung gestattet, kann der Mieter nämlich darauf verweisen, dass es sich um einen vertragsgemäßen Gebrauch der Mietsache handelt. Dagegen macht sich der Mieter bei einer unzulässigen Haltung bereits durch besondere Abnutzungserscheinungen, wie etwa Kratzer auf dem Fußboden oder geruchsmäßige Verunreinigungen des Teppichs durch das Tier, schadensersatzpflichtig. Solche Schäden würden sich sonst im Rahmen einer vertragsgemäßen Nutzung der Mietsache halten.

Verschulden erforderlich für Schadensersatzpflicht:

Einschränkend ist allerdings darauf hinzuweisen, dass eine Haftung des Mieters für Schäden durch das Tier nur dann in Betracht kommt, wenn er diese auch zu verschulden hat. Gerichte haben ein Verschulden schon verneint, wenn Ungeziefer vom Tier in die Wohnung geschleppt wurde. Argument: Auch Menschen hätten dieses Ungeziefer grundsätzlich in die Wohnung schleppen können. Es bleibt zweifelhaft, ob diese Begründung wirklich überzeugen kann. Bei manchen Tieren dürfte die Wahrscheinlichkeit, dass diese Ungeziefer in die Wohnung bringen, erheblich höher sein, als bei Menschen. In einem Urteil vom 21.2.2002, 3 S 125/01, hat das Landgericht Freiburg dementsprechend das Verschulden  und damit die Schadensersatzpflicht eines Mieters angenommen, dessen Hund Zecken in die Wohnung eingeschleppt hatte.

14.8.2015

Ein Artikel von Fachanwalt für Miet- und Wohnungseigentumsrecht Alexander Bredereck, Berlin und Essen.

Videos und weiterführende Informationen mit Praxistipps zu allen aktuellen Rechtsfragen finden Sie unter: www.fernsehanwalt.com