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Devepo: neues Portal als Ersatz für Makler

Fachanwalt Mietrecht Berlin

Ein Beitrag von Fachanwalt für Miet- und Wohnungseigentumsrecht Alexander Bredereck, Berlin und Essen.

Mit der Mietpreisbremse werden die Makler aus dem Bereich der Wohnungsvermittlung verschwinden. Künftig hat der Besteller, also der Vermieter, die Kosten für die Wohnungsvermittlung zu tragen und kann diese nicht mehr auf den Mieter umwälzen. Dadurch wird den Wohnungsmaklern ihre Existenzgrundlage geraubt. Die Folge ist, dass nun Onlineportale entstehen, die den Vermietern und Hausverwaltern die Maklerleistungen besonders günstig anbieten.

Das Portal Smmove etwa versteht sich als neues eBay im Bereich des Wohnungsmarktes („2, 3, 4 … und die Wohnung gehört Dir!“), wird sich in der Praxis mit seinen Versprechungen nur schwer halten können.

Devepo als neues Portal kommt dagegen mit seinem Modell und den versprochenen Leistungen realistischer daher.
Adressaten des Portal-Angebots sind  vorwiegend Hausverwalter und Vermieter, die sich auf der Suche nach umgänglichen Mietern befinden und dabei möglichst wenig Aufwand betreiben und Kosten für einen Makler sparen möchten. Dementsprechend bietet Devepo auch ein Kostenersparnis von bis zu 50% an.

Aufgrund der Problematik in Großstädten, dass es Vermieter mit Mietnomaden zu tun bekommen können oder zahlungsunwillige Mieter einfach verschwinden, ist für Vermieter speziell die Auswahl des Mieters von besonderer Bedeutung. Dem will das Portal dadurch begegnen, dass Mieter Einkommensnachweise, Bürgschaften usw. angeben. Den Vermietern sollen dann nur mehrere zuvor geprüfte und geeignete Mieter vorgestellt werden. Weiter soll den Vermietern Know-how (Mustermietverträge usw.) zur Verfügung gestellt werden. Was von solchen Versprechungen zu halten ist, kann ich nicht beurteilen. Dazu aber folgende kritische Überlegungen:

Mieterauswahl: Das Internet eignet sich hervorragend für Mogeleien. Ähnlich wie bei Bewerbungsschreiben kommt auch hier häufig der durch, der am professionellsten schummelt.

Mietverträge aus dem Internet: Wenn Mandanten zu mir mit Musterverträgen aus dem Internet kommen, wird es meistens problematisch. Das liegt einfach daran, dass dort viel Unsinn voneinander abgeschrieben wird und zum andern häufig keine genaue Datierung der Versionen erfolgt. Bei der Schlagzahl der richtungweisenden Urteile des BGH zu wohnungsmietrechtlichen Problemen (siehe zu Beispiel das Thema Schönheitsreparaturen) könnte ohnehin nur ein Hellseher immer richtig liegen. Gleichwohl neigen viele der auf Vermieterportalen angebotenen Verträge dazu, für den Vermieter möglichst viel herauszuholen. Das Problem: viele der Klausel haben dann vor Gericht keinen Bestand. Der Vermieter fällt dann auf die tendenziell mieterfreundliche Gesetzeslage zurück. Umgekehrt spart man natürlich viel Geld für eine anwaltliche Beratung.

Datenschutz: Für Mieter ist die Bloßstellung der finanziellen Verhältnisse in einem fremden Hoheitsbereich der größte Nachteil. Ich kann auch nicht beurteilen, ob die angelegten Verfahren der Portale datenschutzrechtlich überhaupt korrekt sind. Persönlich würde ich meine finanziellen Verhältnisse nicht in diesem Maße offenbaren.

Ich sehe zusammengefasst folgende Vorteile und Nachteile solcher Portale für Vermieter und Mieter:

Vorteile für Vermieter:

Kostenersparnis, Zeitersparnis, Vermeidung grober Fehler im Ablauf

Nachteile für Vermieter:

Anonymität des Internets, Fehlen des persönlichen Kontakts, stark generalisierende Behandlung

Vorteile für Mieter:

Zeitersparnis, Chancenverbesserung für solvente Mieter mit guter Bewerbung

Nachteile für Mieter:

Chancenverschlechterung für Mieter mit schlechten Bewerbungen, Chancenverschlechterung für ehrliche Mieter, ungeklärter Datenschutz.

11.5.2015

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