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Mängel in der Wohnung: was sollten Mieter tun?

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Ein Artikel von Fachanwalt für Miet- und Wohnungseigentumsrecht Alexander Bredereck, und Maximilian Renger, wissenschaftlicher Mitarbeiter.

Mängel beim Vermieter anzeigen:
Wenn sich in der Wohnung Mängel zeigen, sollten Mieter diese dem Vermieter direkt anzeigen. Das gilt unabhängig davon, ob man überhaupt auf dieser Grundlage Ansprüche gegen den Vermieter (Instandsetzung oder Mietminderung) geltend machen will. Das hängt damit zusammen, dass der Mieter sich andernfalls unter Umständen selbst schadensersatzpflichtig machen kann, wenn sich die Mängel später vergrößern. Der Mieter hat nämlich als einziger Zugriff auf die Wohnung, der Vermieter dagegen nicht. Kommt es jetzt also z.B. zu Feuchtigkeitsschäden, kann der Vermieter das gar nicht wissen und dementsprechend auch nicht beheben. Entsteht dann daraus wiederum später Schimmelpilz, kann dann der Vermieter deshalb unter Umständen Ansprüche gegen den Mieter geltend machen.

Mängelanzeige muss nachweisbar sein: Um zu vermieden, später solchen Ansprüchen des Vermieters ausgesetzt zu sein, sollten Mieter darauf achten, dass sie ihre Mängelanzeige beim Vermieter auch nachweisen können. Vielfach wird einfach nur der Haumeister angerufen oder bei Gelegenheit angesprochen. Der kann sich dann aber nicht selten später nicht mehr daran erinnern, auf die Mängel aufmerksam gemacht worden zu sein. Deshalb sollten Mieter immer zumindest eine E-Mail an den Vermieter schreiben und diesen darum bitten, den Zugang zu bestätigen. Tut er dies, hat man damit einen hinreichenden Nachweis über die Mängelanzeige. Reagiert der Vermieter nicht, sollte man ein weiteres Schreiben per Boten übermitteln.

Ansprüche zusammen mit Mängelanzeige geltend machen: Sofern der Mieter auch direkt Instandsetzung, also die Beseitigung der Mängel, vom Vermieter verlangen und auch Mietminderung geltend machen will, können diese Begehren auch direkt zusammen mit der Mängelanzeige in einem Schreiben aufgeführt werden. Man sollte dem Vermieter dann eine angemessen Frist für die Mängelbeseitigung setzen. Wenn man ein gutes Verhältnis zum Vermieter hat, ist es vielleicht geboten, nicht direkt auch auf einer Mietminderung zu bestehen, sondern diese zunächst nur anzukündigen und zu erklären, dass die Zahlung der vollständigen Miete in Zukunft nur noch unter Vorbehalt erfolgt.

Beweissicherung durch den Mieter: Im Hinblick auf ein etwaiges späteres Verfahren, also für den Fall, dass der Vermieter sich weigert, die beanstandeten Mängel zu beseitigen, empfiehlt es sich darüber hinaus auch, schon einige Beweise zu sichern. Das können Fotos sein, sofern sich der Mangel optisch nachvollziehen lässt. In Fällen der Lärmbelästigung ist ein Lärmprotokoll sinnvoll, das genau auflistet, wann es in welcher Intensität und für welche Dauer zu Beeinträchtigungen kommt. Ist z.B. die Heizung ausgefallen, empfiehlt sich ein Temperaturprotokoll. Auch kann man Zeugen zu sich in die Wohnung einladen, die den Mangel dann ggf. später bestätigen können.

29.6.2017

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