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Häufige Fragen zum Thema Schimmel in der Wohnung:

1. Was ist Schimmelpilzbefall oder Schimmel in der Wohnung? Wann entstehen Schimmelpilze (Schimmelbildung)? Was sind Wärmebrücken (Kältebrücken)?
2. Welche Schimmelpilzarten sind toxisch?
3. Wann kann wegen Schimmels gemindert werden?
4. Kann die Miete auch gemindert sein, wenn der Schimmel nicht toxisch ist? 
5. Kann die Miete gemindert sein, wenn der Schimmel zwar toxisch ist, aber niemand durch den Schimmel erkrankt ist?
6. Was muss der Mieter beweisen, damit das Gericht eine Mietminderung feststellt? Wie ist die Beweislastverteilung vor Gericht?
7. Wann kann der Mieter wegen des Schimmels fristlos kündigen? Welche Voraussetzungen hat die Rechtsprechung entwickelt?
8. Der Mieter vermutet Schimmel in der Wohnung. Er will Feuchtigkeitsmessungen oder einen vereidigten Gutachter beauftragen. Wer trägt die Kosten?
9. Welche Minderungsquoten sprechen Gerichte bei Schimmel in der Wohnung zu?
10. Kann der Mieter die Kosten, die er wegen der Beseitigung von Feuchtigkeit in der Wohnung aufgewendet hat, vom Vermieter ersetzt bekommen?

8. Der Mieter vermutet Schimmel in der Wohnung. Er will Feuchtigkeitsmessungen oder einen vereidigten Raumluftgutachter beauftragen. Wer trägt die Kosten?

Der Vermieter muss dem Mieter nur dann die Kosten des vereidigten Sachverständigen oder einer (preiswerteren) Feuchtigkeitsmessung bezahlen, wenn er zuvor Gelegenheit hatte, mit eigenen Mitteln den Schimmelpilzbefall zu untersuchen. Der Vermieter darf nicht vor vollendete Tatsachen gestellt werden. Der Vermieter muss den Vorrang bei der Beseitigung Schimmelpilze haben. Erst wenn der Vermieter nicht reagiert und den Schimmelbefall nicht untersucht, darf der Mieter grundsätzlich für Feuchtigkeitsmessungen oder einen vereidigten Sachverständigen für Schimmelpilze auf Kosten des Vermieters beauftragen (so das Oberlandesgericht Düsseldorf in einer Entscheidung vom 29.7.2010, Aktenzeichen: I-24 U 20/10).

Der Mieter hat diesen Schadensersatzanspruch nur dann, wenn er für die Schimmelpilze in der Wohnung beweisbelastet ist, d.h. wenn der Mieter den Schimmel in der Wohnung bzw. die Gesundheitsgefahr durch Schimmel vor Gericht beweisen müsste. Das ist zwar meistens der Fall (siehe Frage 6). Es kann aber vorkommen, dass der Vermieter den Mangel bereits zugestanden hat und dass der Vermieter dem Mieter lediglich falsches Heiz- und Lüftungsverhalten vorwirft. Dann hat der Mieter die Kosten für den Sachverständigen umsonst ausgegeben. 

Achtung! Kosten des Mieters für einen Sachverständigen, die er eigentlich vom Vermieter wegen dessen verzögerter Ursachenaufklärung verlangen kann, verjähren in 6 Monaten nach Beendigung  des Mietverhältnisses.

 

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